Das Landgericht Düsseldorf hat am 10. März ein Urteil gefällt, das Webseiten-Betreiber, die ein Facebook Like-Plugin eingebaut haben, aufschrecken lässt. Dieses sei jetzt illegal, titeln Medien und habe den Weg für eine neue Abmahnwelle geebnet.

Wir haben uns in der ersten Episode unseres Podcasts mit dem Düsseldorfer Anwalt Dr. Philip Lüghausen über den Fall unterhalten. Er erklärt was das Urteil bedeutet und schlägt konkrete Vorgehensweisen vor.

 

lueghausen


Dr. Philip Lüghausen ist Wirtschaftsrechtler und Digital Native. Er ist Gründer und Partner der Düsseldorfer Rechtsanwaltssozietät KINDERMANN LÜGHAUSEN Rechtsanwälte und berät seine Mandanten schwerpunktmäßig im IT-, Datenschutz- und Wettbewerbsrecht.

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App-Arena: Was ist denn das Problem mit dem Like-Button?
Dr. Lüghausen: Die Verbraucherzentrale NRW behauptet der Like-Button sei nicht datenschutzkonform und verstoße deswegen gegen Verbraucherrechte. Darum forderte Sie von P&C und vielen weiteren Webseitenbetreibern diesen Verstoß zu unterlassen.

App-Arena: Das Urteil wurde also verkündet und das Landgericht teilt die Auffassung der Verbraucherzentrale. Was bedeutet das Urteil denn nun?
Dr. Lüghausen: Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, denn P&C hat die Möglichkeit in Berufung zu gehen. Dafür hat P&C 4 Wochen Zeit.

App-Arena: Was empfehlen Sie denn jetzt allen, die einen Like-Button eingebaut haben?
Dr. Lüghausen: Alle Webseitenbetreiber müssen eine Lösung finden, bei der der Like-Button nicht sofort bei Seitenaufruf voll aktiv ist und Daten sammelt. Es existieren verschiedene Tools für die verschiedenen Systeme, die deutlich datenschutzfreundlicher gestaltet sind und relativ einfach einzurichten sind. Bei der sogenannten 2-Klick-Lösung wird erst einmal nur ein Bild eingeblendet, das selber noch keine Daten sammelt. Klickt der User das erste Mal auf dieses Bild, wird der dahinterstehende Code geladen und erst dann auch Daten gesammelt. Im Idealfall sollte dieser erste Klick mit einer eingeblendeten Datenschutzerklärung und einer einwilligung per Klick kombiniert werden. Danach kann die Seite wie gewohnt geliked werden. Es gibt noch eine Alternative, die von den Experten aus dem heise-Verlag kommt. Der Effekt ist der Gleiche, allerdings fragt nicht der Browser den Nutzer, sondern der Server und es wird auch nur die IP des Servers übermittelt. Datenschutzrechtlich ist das wesentlich geschickter umgesetzt.

 

Weiterführende Links:

App-Arena Blog: Interview: Was das Urteil zum Like-Button für Webseiten-Betreiber bedeutet
App-Arena Blog: Facebook Like-Button illegal: Alle Infos und was zu tun ist
t3n: LG Düsseldorf erklärt Like-Button für rechtswidrig
allfacebook.de: LG Düsseldorf: Like-Button und Social-Plugins sind rechtswidrig (FAQ zum Urteil)

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